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Die Schulpflicht, die Verallgemeinerung des Unterrichts der Sekundarstufe sowie schließlich die Öffnung des Hochschulunterrichts verdeutlichen das Bestreben, die Schul-und Universitätsausbildung Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, denen sie früher verschlossen war, und die sozialen Ungleichheiten im Hinblick auf die Schule abzubauen. Die Verwirklichung dieses Ziels bewerten heißt, den jeweiligen Anteil messen, den drei Faktoren an der Entwicklung des schulischen Werdegangs der Jugendlichen entsprechend ihrer sozialen Herkunft haben: grundlegender Wandel in der sozialen Struktur, allgemeine Verlängerung der Schulzeit und Veränderung der Beziehung zwischen Herkunft und Diplom. Mit der Analyse des schulischen Werdegangs entsprechend der sozialen Herkunft für die zwischen 1908 und 1972 geborenen Generationen kann man die Rolle, die diese Faktoren seit nahezu einem Jahrhundert spielen, sowie ihre relative Bedeutung bestimmen. Die allgemeine Verlängerung der Schulzeit ist der Hauptfaktor dieser Entwicklung: sie erklärt drei Viertel des Unterschieds, der zwischen den extremen Generationen bei den schulischen Werdegängen entsprechend der sozialen Herkunft bestehen. Über diesen Effekt hinaus hat eine qualitative Demokratisierung nicht minder erhebliche Auswirkungen: auf die Schwächung der Beziehung zwischen sozialer Herkunft und Diplom ist rund ein Siebtel des Unterschieds zurückzuführen. In den fünfziger und siebziger Jahren und danach in jüngster Zeit hat sich diese Demokratisierung voll ausgewirkt. Von ihr profitierten mehr die Mädchen als die Jungen. Abgenommen hat auch die Beziehung zwischen kultureller Herkunft und Diplom, allerdings langsamer als die Beziehung zwischen sozialer Herkunft und Diplom. Insgesamt sind die sozialen Ungleichheiten im Hinblick auf die Schule auch heute noch sehr groß. Seit einigen Jahrzehnten haben sie allerdings abgenommen, nicht nur aufgrund der allgemeinen Verlängerung der Schulzeit, sondern auch darüber hinaus in qualitativer Hinsicht.
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