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Dieser Beitrag thematisiert den sich im Spannungsfeld von Elternrecht und Kindeswohl konstituierenden sozialpädagogischen Blick auf Familie. Sozialpädagogisches Handeln ist, so schreiben (1996, S. 10), „ohne einen dezidierten oder verborgenen Familienbezug nicht denkbar. Soziale Arbeit im weitesten Sinn als Element gesellschaftlich-öffentlicher Gestaltung von Lebensformen findet seit ihren Ursprüngen in Auseinandersetzung mit, in Absetzung von oder an Stelle der privat-familialen Lebensgestaltung statt und zielt dabei auf gelingende (familiale) Privatheit hin, wobei sich Gelingen oder Misslingen an der jeweils gültigen, typisierten Normalität bemisst“. Es ist bisher kaum empirisch geklärt, wie Normalitätsvorstellungen und normative Entwürfe von Familie gerade in Zeiten des Wandels und der Ausdifferenzierung unterschiedlichster familialer Lebensformen konkret in sozialpädagogisches Handeln einfließen (vgl. Grosser 2006, S. 65f.). Zeigen lässt sich aber, dass es strukturelle Bedingungen gibt, die dem sozialpädagogischen Familienbezug zu Grunde liegen: Zum einen wird der sozialpädagogische Zugang zur Familie über juristische Normen und Gesetze legitimiert. Zentral für den sozialpädagogischen Handlungsbezug ist hier die Frage nach dem Kindeswohl. Der Schutzauftrag für das Kind besteht in allen sozialpädagogischen Handlungsfeldern, und er korrespondiert mit dem Wächteramt, das der Staat über das Erziehungsrecht der Eltern ausübt. Zum anderen zeigt sich in der Beschäftigung mit der Institutionalisierungsgeschichte der Jugend- und Familien fürsorge zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dass hier Leitbilder von „guter“ Familie oder „richtiger“ Erziehung zum Maßstab des Handelns wurden die stark am Normalitätsmodell der bürgerlichen Familie orientiert waren.
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