1980 stellte J.VanSlyke nach Evaluation der einschlägigen Literatur vor der Public Relations Division der Association for Education in Journalism and Mass Communication fest, die mit Public Relations befasste Wissenschaft trage Merkmale einer „immature science“, erfülle also nicht diejenigen einer entwickelten wissenschaftlichen Disziplin.1 Die Durchsicht der seitherigen Jahrgänge von Public Relations Review bis 1990, dem am konsequentesten und strengsten wissenschaftlich ausgerichteten Publikationsorgan in diesem Bereich, sowie B.Signitzers Überblick über die Public-Relations-Forschung im Jahre 19882 bestätigen diese Erkenntnis auch noch für die Gegenwart und für jenes Land, in dem PR bzw. Ȕffentlichkeitsarbeit am raschesten und intensivsten entwickelt worden sind. Für ein solch bescheidenes Stadium der Verwissenschaftlichung eines Gegenstandsbereichs charakteristisch sind u.a. der Rückgriff eher auf „folk science“ („Alltagswissenschaft“) als auf geprüfte wissenschaftliche Prinzipien; Lehre, Ausbildung eher gemäss persönlichen Erfahrungen der Dozenten als aufgrund von Theorien und Konzepten, die die scientific community konsentiert hat; und geringes sozialtechnologisches Gewicht dieser Forschung, ablesbar an einer entsprechenden Beeinflussung der Praxis. Dieser Ausgangssituation muss sich die deutschsprachige Publizistikwissenschaft bewusst sein, wenn sie einmal mehr vor der Frage der konsequenten zusätzlichen Erweiterung ihres Gegenstandsbereichs steht und auch vor derjenigen der Modellhaftigkeit, ja Vorbildlichkeit des amerikanischen PR-Research.
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