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Wie eine Erleuchtung scheint es über die Kommunikationswissenschaft gekommen zu sein, daß man so unwissenschaftlichen Normen wie "Wahrheit" und "Objektivität" im Journalismus endlich den Garaus machen kann.Eine neue Theorie macht's möglich.Naiv ist es, fürderhin so zu tun, als gäbe es "richtig" und Jalsch" im Journalismus.Die Umwelt, die der Journalist wahrnimmt, ist seine "Erfindung" ... Den Schlüssel zu dieser Wende liefert die Theorie des Radikalen Konstruktivismus.Es geht um eine Erkenntnistheorie, die neuerdings mit ihrer Grundannahme von der "erfundenen Wirklichkeit" an die Phänomene des Journalismus herangetragen wird.Diese Phänomene lösen sich, was ihren Realitätsgehalt betrifft, buchstäblich in Nichts auf, in Trug und Schein, wenn behauptet wird, daß nicht die Echtheit (Wahrheit) von berichteten Ereignissen wichtig sei, sondern deren (subjektiver) Augenschein.Jeder Objektivitäts-und Wahrheitsanspruch, der seine Kriterien von außerhalb des Systems Journalismus bezieht, erledigt sich damit von selbst.Irritierend an dieser "Entdeckung" ist, daß sie mit dem Anspruch einer "kopernikanischen Wende" auftritt und wenig Kenntnis davon nimmt, daß das Unbehagen gegenüber einem unreflektierten Objektivitäts-und Erkenntnisanspruch die ganze Philosophiegeschichte seit den Vorsokratikern durchzieht.Der sog.gesunde Menschenverstand greift bis heute in seinem (naiven) Realismus immer wieder auf das Modell zurück, Erkennen müsse ein Abbilden, Kopieren oder gar Fotografieren sein.Mit dieser Abbildlehre kommt man sich "realistisch" und "objektiv" vor.Die Unmittelbarkeit dessen, was die Sinne wahrnehmen, wird mit echter Erkenntnis gleichgesetzt.Aber Platons Einsicht in die durchgängige Differenziertheil des Seins in Urbildliches (Idee) und Abbildliches (Schein) hat dann diesem naiven Wahrheitsbegriff ein für allemal einen Riegel vorgeschoben.Der platonische Ansatz besagt, daß das Subjekt seinen Erkenn~nisge genstand als ein Abbild seiner selbst erstellt.Es ist der Geist des Menschen, nach dessen Maß letztlich erst ein Ordnungszusammenhang im bloß Vielheitlichen entsteht. HöhlengleichnisPlaton läßt den Sokrates sprechen: Denke dir die Menschen als Gefangene, welche in einer Höhle unter der Erde angekettet sitzen, so daß sie weder aufstehen noch ihren Kopf wenden können, sondern genötigt sind, unverwandt
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