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„Beruf und Familie - oder: wie war noch einmal die Frage?“ (Geissler 1998: 145) - so beginnt Birgit Geissler einen Beitrag zur Analyse von Frauenarbeit. Und in der Tat: Wer sich zur Aufgabe macht, über den Wandel, gar die Fortschritte oder Rückschritte der Positionierung von Frauen und Männern in Arbeit und Organisationen Resümierendes und Bewertendes äußern zu wollen, kann schnell die Übersicht verlieren. Das liegt u.a. daran, dass die Realität der Lebensumstände beider Geschlechter in modernen Gesellschaften so vielfältig ist, dass man nicht ungestraft von der Position der Frauen oder der Männer sprechen kann. Eine ganze Bandbreite an Mustern des Lebensverlaufs und der Lebensführung gab es immer schon, je nach Zugehörigkeit zu Klasse oder Stand, nach geographischem, religiösem, ethnischem oder nationalstaatlichem Standort. Die Lebensverhältnisse nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch innerhalb der Geschlechtergruppen sind jeher unterschiedlich gewesen. Seit einiger Zeit hat das Ausmaß der Varianz der Lebensumstände von Männer und Frauen und die Vielfalt der Optionen für beide Geschlechter, auf der Basis ihrer Geschlechtszugehörigkeit und ihrer sozialen Lage unterschiedliche Wege zu beschreiten, sogar noch zugenommen. Mit Blick auf die Entwicklungen in Karrieren, Lebensentwürfen und Arbeitsbiographien stellt sich immer auch die Frage der Gleichheit und Differenz der Geschlechter und der theoretischen Perspektive, in der diese Dimensionen erörtert werden.
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