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Zusammenfassung Der Artikel untersucht und kontextualisiert zwei von den Historikern wenig beachtete Quellen. Es handelt sich um zwei undatierte und gesiegelte Schenkungsurkunden, die im Namen von zwei der bekanntesten Markgrafen im Tuszien des 10. Jahrhunderts, Adalbert II., genannt der Reiche, und Hugo II., genannt der Große, ausgestellt wurden. Einerseits weisen sie besondere grafische und textliche Merkmale auf, die in der Vergangenheit Zweifel an ihrer Authentizität haben aufkommen lassen. Andererseits befinden sie sich in kirchlichen Archiven, d. h. in den Kapitelarchiven von Lucca und Volterra, deren Zugänglichkeit im letzten Jahrhundert nicht immer gewährleistet war. Eine erneute gründliche, vergleichende Analyse der beiden Urkunden bestätigt nicht nur ihre Echtheit, sondern erlaubt auch, einen neuen Urkundentyp zu definieren und das Umfeld zu beschreiben, in dem sie entstanden sind. Ihre Form ergibt sich aus ihrer Funktion, die sie innerhalb der politisch-institutionellen Verfassungsform der damaligen Toskana, d. h. der Markgrafschaft, innehatten. Tatsächlich bieten die beiden Quellen sowohl in grafischer und textlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht wichtige Anhaltspunkte, um die dortigen Machtstrukturen zu rekonstruieren und die Triebkräfte einer frühmittelalterlichen Hofgesellschaft herauszuarbeiten, die vom öffentlichen Verteilungskampf um Macht und Prestige unwiderstehlich angezogen wurde.
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