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Kulturtransfer und Historische Komparatistik -Thesen zu ihrem VerhältnisAls vor anderthalb Jahrzehnten die ersten Studien zu deutschfranzösischen transferts culturels auftauchten 1 , war noch nicht abzusehen, daß dieser Ansatz in den Kulturwissenschaften Karriere machen und die methodologischen Debatten um die historischen Erklärungsmöglichkeiten für kulturelle Differenzen nachhaltig beleben würde.Mittlerweile hat sich die Gruppe jener Historiker, Kunst-und Literaturwissenschaftler, die praktische Erfahrungen mit der Kulturtransferforschung gesammelt haben, erheblich ausgeweitet.Eine beachtliche Bibliographie 2 und eine Vielzahl von wissenschaftlichen Veranstaltungen ermutigen zu ersten Resümees.3 Wiewohl damit nicht nur ein ausgearbeitetes Konzept, sondern auch eine Reihe von überzeugenden Beispielen für seine Anwendung vorliegen, ist die Rezeption noch immer von Mißverständnissen gekennzeichnet.Nun könnte man sich ironisch damit begnügen, daß es gerade ein Kernpunkt des Forschungsansatzes ist, auf die Anverwandlung des Rezipierten im neuen Kontext nach dessen Entwicklungsbedürfhissen u.a.auch im Zuge von Mißverständnissen besonderes Augenmerk zu lenken.Aber zum einen gehört Sinn für ironische Pointen nicht zu den hervorstechenden Merkmalen des akademischen Betriebes.Und zum anderen handelt es sich in diesem Fall vermutlich noch immer eher um Mißverständnisse, die aus fehlender
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