No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Stadtsoziologie und Planungsbezogene Soziologie befinden sich derzeit in einer widersprüchlichen Situation zwischen steigenden sozialen Anforderungen an Planungsprozesse einerseits und einem institutionellen Abbau der Disziplin andererseits. In den vergangenen Jahren wurde immer deutlicher, dass der lange Zeit verfolgte Wachstumskurs in Städtebau und Stadtplanung (Flächenausweisung, Planung, Bau, Bespielung) vor dem Hintergrund sinkender Finanzmittel und Personalausstattung in den Planungsbehörden, geringer werdender Flächenressourcen, vor allem aber den an vielen Orten sinkenden Bevölkerungszahlen so nicht mehr weiter verfolgt werden kann. Zudem stellen sich qualitativ neuartige Planungsanforderungen in Stadtgesellschaften mit einem wachsenden Anteil Älterer, Alleinlebender, Ärmerer und Migranten. Soziale Differenzierungs-und Polarisierungsprozesse und lebenskultureller Wandel, wie der Wunsch nach neuen Formen des Zusammenlebens und Zusammenwohnens, nach individuellen Entfaltungsmöglichkeiten, nach Erlebnissen, erzeugen neue Ansprüche an die Planung. Zudem haben die Betroffenen stärkere Erwartungen an partizipative Möglichkeiten und lassen sich immer weniger mit fertig geplanten Maßnahmenkatalogen zufrieden stellen. Schließlich haben in verstärktem Maße solvente private Akteure die Stadtentwicklung als Handlungsfeld entdeckt, auch damit müssen Wege des Umgangs gefunden werden. Die klassischen, primär (städte-) baulich orientierten Planungsansätze greifen in dieser Situation immer weniger, weil die Probleme sozialer Art sind und soziale Lösungen erfordern. Kurzum: Planung muss mit weniger Ressourcen komplexere Probleme lösen.
Loading…
Stored only when both papers are in the corpus — 2 citations exist upstream.
Papers that cite the same references — the relational fallback while embeddings are still backfilling.
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.