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Pädagogik ist kein zentrales Thema in der Arbeit des französischen Philosophen Gilles Deleuze (1925–1995), seine Schriften enthalten trotzdem mindestens drei mehr oder minder explizite Pädagogiken. In der Reihenfolge ihres Auftretens sind das eine anti-ödipale Pädagogik in den 70er, eine Pädagogik des Films in den 80er und schließlich die „Pädagogik des Begriffs“, um die es in diesem Beitrag hauptsächlich gehen soll, in den frühen 90er Jahren. Weil sich die Pädagogiken ändern, wenn eine hinzu tritt, sie aber nebeneinander bestehen und miteinander verbunden bleiben, erscheint es mir sinnvoll, die anti-ödipale und die Filmpädagogik wenigstens rasch zu skizzieren. Diesen Skizzen voran stehen einleitende Bemerkungen zu Deleuzes Kritikverständnis, die bereits andeuten, dass ich mich der „Pädagogik des Begriffs“ über einige Entwicklungslinien der kritike techne nähern will. Diesem Vorgehen liegt die Vermutung zu Grunde, dass Aspekte des Kritikbegriffs im Verlauf seiner Begriffsgeschichte verloren gegangen sind, dank derer Kritik heute als weniger aussichtsloses Geschäft erscheinen könnte. Als Praxishintergrund meiner Überlegungen dient die universitäre Erwachsenenbildung, so dass es nahe liegt abschließend die nomadische Wissenschaft zu thematisieren.
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