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Die Geschichte der Stadtsoziologie lässt sich erzählen als eine wiederkehrende Auseinan dersetzung um die soziologische Relevanz und Erklärungskraft des Raums. Während der Raum lange Zeit in der soziologischen Theoriebildung eine untergeordnete Rolle spielt (vgl. Schroer 2006), sieht sich die Stadtsoziologie bei der Frage nach dem Ob und Wie einer Definition ihres Gegenstandes – der Stadt – immer wieder mit der Raumproblematik konfrontiert. Mehrheitlich, so lässt sich hervorheben, wird die stadtsoziologische Auseinandersetzung um die Raumfrage jedoch in Form von Verwerfungen geführt. Aufgrund der Urbanisierung der gesamten Gesellschaft sei es, so schreiben Hartmut Häußermann und Walter Siebel 1978, unmöglich geworden, Stadt als räumlich abgrenzbare soziologische Kategorie zu definieren. Die Unterschiede in Produktions- und Reproduktionsweisen, welche einst zu unterschiedlichen Vergesellschaftungsformen in der Stadt und auf dem Land führten, hätten sich in hochentwickelten kapitalistischen Industriestaaten „aufgelöst zu einem Mehr-Oder-Weniger vom Selben“ (Häußermann/Siebel 1978: 486). Stadt könne deshalb kein eigenständiger soziologischer Gegenstand mehr sein. Dem pflichtet Peter Saunders in seinem Standardwerk „Soziologie der Stadt“ (1987) bei. Jeder Versuch, Stadt soziologisch zu definieren, müsse scheitern, da es nicht möglich und darüber hinaus auch alles andere als sinnvoll sei, gesellschaftliche Prozesse mit räumlichen Kategorien zu erklären. Er plädiert für eine klare Trennung zwischen dem aus seiner Sicht soziologisch nicht zugänglichen Raum und der sozialen Welt als genuinem Feld der Soziologie.
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