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Der Beitrag, den Robert Schumann für die Gattung »Lied« geleistet hat, ist in seiner Bedeutung kaum zu überschätzen. Mit über 260 erhaltenen Kompositionen, dazu etwa zwei Dutzend Fragment gebliebenen, zu Lebzeiten nicht für die Veröffentlichung freigegebenen oder verschollenen Liedern steht Schumann quantitativ zwar im Schatten Schuberts, der mehr als doppelt so viele Lieder geschrieben hat. Zeitgleich mit Beethovens letzten Liedkompositionen, von denen viele in ihrer Orientierung an den Maßgaben der individuellen Aufführungssituation noch deutlich in der Tradition des Liedes als Geselligkeitsform standen, hatte Franz Schubert den Kunstanspruch der Gattung etabliert, ohne dabei doch das gesellige Moment gänzlich aufzugeben. Die grandiose Erfolgsgeschichte, die das Lied dann im 19. Jahrhundert schreiben sollte, verdankt sich nicht zuletzt dieser Funktionalität. Sie ist kaum zu denken ohne die zeittypischen gesellschaftlichen Faktoren, das Erstarken einer bildungsbürgerlichen Schicht, den Siegeszug der Hausmusik und das aufkommende Genre des gemischten Konzertes.
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