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In einem freien Land, einer freien Gesellschaft gehören Tabubrüche, so eine weitverbreitete Meinung, zum Alltag. Nur durch Tabubrüche könne die Menschheit die großen Probleme der Zukunft lösen, erklärte der Heidelberger Anatom Wilhelm Kriz, von Anfang an Apologet seines früheren Mitarbeiters Gunther von Hagens, auf einer Podiumsdiskussion zum Thema ‚Körperwelten‘ im Frühjahr 2000 in Köln. Die Organisatoren der Ausstellung verteidigen seit der Basler, Mannheimer und Kölner Präsentation den Tabubruch, mit präpariertem Leichenmaterial Kunst zu gestalten, vor allem mit der Intention, auf diese Weise eine breite Öffentlichkeit über die Strukturen des menschlichen Körpers aufklären zu wollen. Wer dieser ‚offiziellen‘ Interpretation gegenüber Bedenken äußert, gerät schnell in den Verdacht, ärztliches ‚Herrschaftswissen‘ der Allgemeinheit vorenthalten zu wollen.
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