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Kosovo, Afghanistan, Irak — die Stationen jüngster westlicher Militäroperationen haben in der deutschen Öffentlichkeit sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Wurde der NATO-Einsatz in Jugoslawien höchst kontrovers debattiert (vgl. Köcher 1999: 5), folgte die öffentliche Meinung beim Afghanistan-Krieg einem ähnlich einheitlichen Muster wie beim Irak-Krieg, wenngleich inhaltlich völlig gegensätzliche Positionen vertreten wurden: Während der Feldzug gegen die Taliban-Herrschaft in Afghanistan unter deutscher Beteiligung breite Akzeptanz genoss (vgl. Köcher 2001: 5), wurde die Militäroperation gegen Saddam Husseins Regime im Irak von einer großen Mehrheit abgelehnt (vgl. infratest dimap 2003: 2–6). Diese Differenzen in der öffentlichen Meinung spiegelten sich jeweils auch in der deutschen Außenpolitik wider: Mitmachen im Kosovo-Krieg, aber nur unter außenpolitischem Handlungsdruck in der Phase des Regierungswechsels; eine vorauseilende Solidarität mit den USA und der (am Ende erhörte) Wunsch, um einen militärischen Beitrag zum Afghanistan-Einsatz gebeten zu werden; und die vorzeitige Ablehnung jeglichen militärischen Vorgehens gegen den Irak durch Bundeskanzler Schröder im Sommer 2002.1
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