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Die Entfaltung militärischer Gewalt und das Führen von Kriegen sind zentral für Streitkräfte, liegt hierin doch der spezifische Unterschied zu anderen Organisationen und Institutionen. Um diese Fähigkeiten entwickeln zu können und zum Einsatz zu bringen, sind gewaltige Anstrengungen organisatorischer, materieller, finanzieller und logistischer Natur vonnöten. Ebenso wesentlich ist die personale Mobilisierung. Trotz des viel beschworenen und empirisch konstatierten Endes der Massenarmeen sind Streitkräfte weiterhin darauf angewiesen, eine beachtliche Zahl von Soldaten zu rekrutieren, zu mobilisieren, auszubilden und in die Bereitschaft zu versetzen, an militärischen Einsätzen – von humanitären Missionen bis hin zu Kriegen – teilzunehmen. Armeen sind mithin gehalten, Individuen dazu zu bringen, sich ihnen anzuschließen und an militärischen Auseinandersetzungen zu beteiligen. Damit rückt die Frage nach den Gründen und Einflussgrößen soldatischer Motivation in den Fokus. Denn obwohl es scheinbar immer Kriege gab und sich auch in der Gegenwart ausreichend Beispiele für kriegerische Auseinandersetzungen finden lassen, ist es problematisch, den Krieg schlichtweg als Kulturgut zu begreifen (vgl. Keegan 1995).
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