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Bisher gehörte es zum guten Ton der soziologischen Alternsforschung, ihr ein theoretisches Defizit zu attestieren. Nun ist die Situation inzwischen komplexer geworden: jenen Ansätzen, die versuchten, das vielfach beklagte Dämmertal der theoretischen Alternsforschung durch die Anwendung von jeweils dem Gegenstand entsprechenden soziologischen Theorien zu erhellen, werden Zweifel entgegengehalten, was denn der ‚Griff in die Wühlkiste‘ der Soziologie überhaupt bringe. Darüber hinaus wird das „Wozu“ von Theorie überhaupt infrage gestellt. Nun — wir wollen die Klage über Theoriearmut der Alternsforschung hier nicht verlängern. Stattdessen möchten wir uns der Aufgabe zuwenden, das Theoriedefizit zu beseitigen, Schritt fair Schritt. Und die in diesem Band versammelten Beiträge sind dazu ein guter Anfang. Sie bieten dadurch, dass sie unterschiedliche soziologische ‚Brillen‘ aufsetzen, gerade divergente Perspektiven auf Gegenstände der Alternsforschung. Sie sind selbst der Beleg dafür, wie die jeweils gewählte theoretische Perspektive auch den Wirklichkeitsausschnitt, den man in den Blick bekommt, und dessen Interpretation prägt. Die Beiträge selbst werden sich in der Prüfung durch die Leser und die scientific community im Hinblick auf die Angemessenheit des jeweiligen Zugriffes auf soziologische Ansätze zu bewähren haben.
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