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Mit dem Internet steht dem Journalismus eine Vielzahl von neuen Ressourcen zur Verfügung, die das Potenzial haben, die journalistische Arbeit und damit die Leistungen des Journalismus zu verbessern. So hat das Internet den journalistischen Produktionsprozess wesentlich verändert; es ist heute nicht mehr wegzudenken (vgl. Springer/Wolling in diesem Band). Eine wichtige Rolle spielen dabei — insbesondere im Rechercheprozess — die Suchmaschinen. Im vorliegenden Beitrag wird die These diskutiert, dass sich der unreflektierte und routinierte Einsatz von Suchmaschinen bei der Recherche strukturell auf die (Re-)Produktion von Regeln im Journalismus auswirkt, indem dadurch eine systemfremde Relevanzstruktur importiert wird. Öffnet also die „Googleisierung“ des Journalismus (vgl. Neuberger, 2005a: 4f.) einem weiteren Trojanischen Pferd Tür und Tor? Bei der Beantwortung dieser Frage ist davon auszugehen, dass der Suchmaschine nicht nur eine suchende, sondern auch eine ordnende Funktion zukommt — sie ist eben Selektionsmaschine (vgl. Machill/Beiler, 2007: 20f.). Die Selektionsleistung der technischen Gatekeeper (Wolling, 2002) löst aber nicht nur Probleme, weil beispielsweise das gezielte Suchen von Informationen rasch und kostengünstig erfolgen kann; Suchmaschinen schaffen auch neue Probleme, mit denen der Journalismus konfrontiert ist. Im vorliegenden Beitrag wird die These diskutiert, dass durch einen bestimmten Einsatz von Suchmaschinen eine systemfremde Logik — nämlich ökonomischer Herkunft — in das System Journalismus inkludiert wird. Die Diskussion um den Einfluss der Internetrecherche auf die journalistische Qualität setzt meist auf einer individuellen Ebene der Journalisten und deren Produktion an. Diese handlungsbezogene Betrachtungsweise lässt jedoch meist außer Acht, dass solche sozialen Praktiken robuste Rückwirkungen auf das journalistische System und dessen Regeln haben.
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