In der sozialwissenschaftlichen Raumforschung ist im Verlauf des so genannten 'cultural turn' inzwischen die Überlegung selbstverständlich geworden, dass Räume kulturell geprägt sind und von Menschen sozial konstruiert bzw. rekonstruiert werden. Bei der theoretischen Ausarbeitung dieser Annahme haben Raumtheoretiker vor allem die Rolle menschlicher Bedeutungszuschreibungen (Wissen) und/oder menschlichen Handelns in den Vordergrund gestellt. Dass im Prozess sozialer Raum(re)konstruktionen auch Kommunikationen bzw. Diskurse bedeutend sind, zumal erst in diesen ein gemeinsames Raumwissen hergestellt werden kann, hat man zwar seit geraumer Zeit erkannt, die theoretische Fundierung dieses Gedankens blieb jedoch bislang hinter dieser Erkenntnis zurück. Erst in neuerer Zeit und nur sehr vereinzelt haben sich Raumwissenschaftler kommunikationstheoretisch ausgerichteten Ansätzen zugewandt. Inzwischen liegen Versuche vor, linguistisch-sprachanalytische (vgl. Schlottmann 2005), systemtheoretische (vgl. Kuhm 2003, Pott 2007) oder diskursanalytische (vgl. Christmann 2004, Glasze/Mattissek 2009) Ansätze für die Raumtheorie fruchtbar zu machen. Der in der Theorieentwicklung der Geistes- und Sozialwissenschaften schon Anfang der 1980er Jahre (vgl. Habermas 1981) beobachtbare 'communicative turn' nimmt damit auf dem Gebiet der sozialwissenschaftlichen Raumforschung erst mit einer erheblichen zeitlichen Verzögerung seinen Anfang.
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