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Innovation gilt Vielen als ein Leitbegriff neuerer soziologischer Diskurse zum besseren Verständnis aktueller Modernisierungsprozesse. Ich würde eher von einem Modebegriff sprechen. Im ersten Abschnitt des vorliegenden Aufsatzes geht es daher darum, sich des eigenen Verständnisses dieses Begriffes zu vergewissern, ehe unter dem Innovationsaspekt ein genaueres Verständnis von Beteiligung der ArbeitnehmerInnen in der Wirtschaft erarbeitet und verschiedene Versuche, entsprechende Beteiligungsprozesse im System der industriellen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu implementieren, näher analysiert werden sollen. Dabei geht es um konfliktträchtige, häufig auch konfliktbehaftete Prozesse, die in verschiedenen Entwicklungsphasen von unterschiedlichen ‚strategischen‘ Akteuren in Auseinandersetzung mit gegebenen institutionellen Strukturen betrieben wurden. Wie zu zeigen ist, erwiesen sich Formen direkter Beteiligung der Beschäftigen – von Ansätzen zur Gestaltung ihrer unmittelbaren Arbeitsbedingungen bis hin zur Unterstützung oder Ermöglichung von Einflussnahmen ihrer repräsentativen Interessenvertretungen auf strategische Unternehmensentscheidungen – als Versuche sozialer Innovation, denen gegenüber das Institutionengefüge des korporatistischen deutschen Modells kooperativer Konfliktwertarbeitung sich immer wieder als ‚sperrig‘ erwiesen hat. Dies lässt sich über unterschiedliche Beteiligungskonjunkturen hinweg zeigen. Auch wo die funktionale Seite von Beteiligung schließlich mehr oder weniger unstrittig war, boten ihr dynamisches Potential und ihre immer auch enthaltene demokratische Dimension immer wieder Anlass zu Widerständen. Der Aufsatz mündet in die These, dass heute angesichts (1) der Subjektivierung, Flexibilisierung und teilweisen Entgrenzung von Arbeit, (2) fortgeschrittener Prozesse der Erosion überkommener institutioneller Strukturen sowie (3) zunehmend krisenhafter ökonomischer Entwicklungen Beteiligungspotentiale und -bereitschaften der Beschäftigten vorhanden sind, die es so in früheren Entwicklungsphasen von industrieller wie Dienstleistungsarbeit noch nicht gegeben hat und deren Nutzung eine wesentliche Voraussetzung zur stabilen Bewältigung gegenwärtiger Umbruchsprozesse sein dürfte.
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