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Um journalistische Handlungsentscheidungen zu erklären, ist in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in der Vergangenheit vielfach die Systemtheorie herangezogen worden. Versuche, journalistisches Handeln mithilfe von anderen Theorieansätzen zu erläutern, sind selten. Dieser Beitrag plädiert dafür, die den Wirtschaftswissenschaften entstammende Ökonomik (auch: „Rational Choice“-Theorie) heranzuziehen, die derzeit in vielen anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen zunehmend Verwendung findet. Die Ökonomik basiert auf der Annahme, dass Menschen in Entscheidungssituationen eine Strategie der Wahrung des eigenen Vorteils verfolgen — wobei neuere Vorschungen zur Ökonomik zeigen, dass das Verfolgen des Eigennutzes durchaus altruistisches Verhalten einschließen kann. Die Möglichkeiten der Anwendung der Ökonomik in der Kommunikationswissenschaft werden am Beispiel des Medienjournalismus — also der Berichterstattung von Medien über Medien — verdeutlicht: In wohl keinem anderen Ressort kann die Arbeit der Journalisten durch mehr — mitunter widerstreitende — Eigeninteressen verschiedenster Akteure beeinflusst werden.
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