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Die zentrale Bedeutung von Parteien, Verbänden und Bewegungen als intermediäre Instanzen moderner Demokratien ist unbestritten. Wie anders als über die vielfältigen Vermittlungsleistungen von Parteien, Verbänden und Bewegungen wäre demokratische Meinungs- und Willensbildung in modernen Massendemokratien möglich? Parteien, Verbände und Bewegungen stehen als intermediäre Organisationen zwischen Staat und Bürgerschaft und leisten die Vermittlung dieser für Demokratien konstitutiven Differenz. Sie tun dies indem sie kommunizieren: Sie fördern die politische Interessenbildung an der Basis, sie mobilisieren Unterstützung für politische Interessen, sie nehmen politische Interessen auf, artikulieren und aggregieren sie in Richtung Staat, sie wirken an staatlicher Entscheidungspolitik mit und vermitteln staatliche Entscheidungen an die Basis zurück. Seit einiger Zeit scheint die Vermittlungsfunktion intermediärer Organisationen jedoch bedroht und es wird von einer „Krise der Intermediären“ gesprochen. Parteien macht das politische Desinteresse einer volatilen Wählerschaft zu schaffen (vgl. Wiesendahl 1991; Alemann 1996), Verbände leiden unter der allmählichen Auflösung korporatistischer Strukturen und dem „Aussterben“ ihrer Stammkundschaft (vgl. Streeck 1987). Auch soziale Bewegungen, ehemals Profiteure dieser Veränderungen, haben scheinbar an Mobilisierungskraft und an Resonanz in den Medien eingebüßt (vgl. Imhof 1996).
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