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Daß künstlerische Werke auf mannigfache Weise zu menschlicher Lebenswirklichkeit in Beziehung stehen, daß sie Zeugnisse kultureller Umgebungsverhältnisse ebenso wie gesellschaftlicher Zustände sind, daß sie mithin kaum je nur auf sich selbst verweisen, sondern stets auch über sich hinaus: diese Einsicht begleitet in Europa von den frühesten Anfängen an das Nachdenken über die Eigenart der Kunst. Schon in der Antike setzt dementsprechend die systematische Reflexion über die mit dieser Erkenntnis verbundenen Fragen ein und gelangt, etwa in Aristoteles’ Beschreibung der Kunst als gleichermaßen selbstbestimmend und außengeleitet, als autopoetisch und soziopoetisch, zu wegweisenden Antworten1. Blieb fortan diese Doppelgestalt aller Kunst zumal im Hinblick auf ihre inhaltlichen und formalen Erscheinungsweisen immer wieder aufs Neue erörterungsbedürftig, so bekundet sich in den diesbezüglichen Debatten zugleich jene weitere, anhaltende Schwierigkeit, die sich über die philosophische Ästhetik den Kunstwissenschaften und noch der Kunstsoziologie mitteilt: die definitorische Unsicherheit, die dem Kunstbegriff seit je und bis heute eignet.
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