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AuszugDeutsche Verkehrspolitik ist auch heute — wie in Zeiten der „geschlossenen Verkehrssysteme“ (Wasserstraßen, Eisenbahn) — Infrastrukturförderung. Angesichts dessen, dass sich durch Lkw und Pkw die Erreichbarkeit von beliebigen Orten potenzierte, haben jetzt die alternativen Systeme wie Bahn, ÖPNV oder nicht motorisierte Formen der „Eigenfortbewegung“ soviel schlechtere Chancen, dass auch gezielte Förderung sie kaum noch konkurrenzfähiger macht. Wenn Verkehrspolitik wirklich darauf zielen soll, Alternativen innerhalb der neuen Verflechtungserfordernisse zu entwickeln, muss sie deshalb weit vor dem letztendlichen Verkehrsvorgang ansetzen. Im Fokus der sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung sollten dann nicht mehr „verkehrliche Aktivitäten“ und Mobilität stehen, sondern die raumverändernden Wirkungen der individuellen Verkehrserreichbarkeit, 1 die darauf beruht, dass der Einzelne schnell an nahezu jeden Ort kommen kann. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei die Verflechtungsstrukturen (und ihre Entwicklung) in den regionalen Lebens- und Wirtschaftsräumen; nur hier kann das „räumliche Verhalten“ vollständig beobachtet und darauf aufbauend beeinflusst werden. Hier — in den Regionen — „passiert“ auch der überwiegende Anteil aller innerdeutschen Verflechtungsvorgänge. Und dies steht völlig im Gegensatz zu den bisherigen Prioritätensetzungen der offiziellen Verkehrspolitik.
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