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ZusammenfassungMenschen, die in der Sozialen Arbeit professionell tätig sind, sehen sich in den vielfältigen Handlungsfeldern und Aufgabenbereichen der Profession komplexen Problemsituationen ausgesetzt, in denen sie auch als Person oft extrem exponiert und herausgefordert sind. In der Wahrung eines komplexen gesellschaftlichen Auftrags haben sie einen Spagat in der Vermittlung zwischen Individuum und Gesellschaft zu leisten und müssen das „doppelte Mandat” Sozialer Arbeit, also das Zusammenspiel zwischen Hilfe und Kontrolle, auf der Ebene des persönlichen Beteiligt-Seins fachlich ausbalancieren und professionell bewältigen. Das berufliche Handeln ist dabei mehr oder weniger in institutionelle Rahmenbedingungen und bürokratisch und hierarchisch geprägte Organisationsstrukturen eingebettet und hat sich nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen entsprechend auszurichten. Diese liegen nicht selten quer zu den Vorstellungen und Bedürfnissen der Menschen, mit denen es die Soziale Arbeit im Allgemeinen zu tun hat. In der Begegnung mit den unterschiedlichsten Zielgruppen sind die professionell Tätigen komplizierten Interaktions- und Kommunikationsprozessen und Beziehungen ausgesetzt, die sie oft an den Rand der eigenen Belastbarkeit und der eigenen Handlungsfähigkeit bringen. Die AdressatInnen Sozialer Arbeit setzen sich ja maßgeblich aus Bevölkerungsgruppen zusammen, die sich am Rande der Gesellschaft befinden, die von sozialer und kultureller Partizipation und gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind und angesichts eines enormen Bewältigungsdrucks in der Risiko- und Leistungsgesellschaft als „Modernisierungsverlierer” nicht mehr alleine zurechtkommen. Das gilt es im konkreten Praxisbezug auszuhalten. Im Kontakt mit realen und personifizierten Manifestationen von Armut, sozialer Ungleichheit und Diskriminierung, in der Auseinandersetzung mit multikomplexen Problemen von familiärer Gewalt, sexuellem Missbrauch und anderen traumatischen Lebenserfahrungen, mit schwierigen Suchtproblematiken und dysfunktionalen Kommunikationssystemen kommen SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen nicht selten an die Grenzen ihres Verstehens- und Handlungshorizonts und müssen sich obendrein – oft unbewusst – mit eigenen, biographisch lebendig gewordenen Anteilen auseinandersetzen.
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