No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Ausgehend von Theorien des organisierten Kapitalismus der zwanziger Jahre werden in diesem Beitrag Veränderungen der politischen Ökonomie Deutschlands seit 1990 diskutiert. Im Zentrum steht dabei das Spannungsfeld zwischen einzelwirtschaftlich-betriebswirtschaftlichen und unternehmensübergreifenden Perspektiven in den Unternehmen. Der organisierte Kapitalismus war durch die Einbettung der Einzelwirtschaft in gesellschaftliche Bindungen und damit durch die Ergänzung betriebswirtschaftlicher Rationalität durch gesamtwirtschaftliche Perspektiven gekennzeichnet. Sowohl auf Seiten des Kapitals als auch arbeitnehmerseitig fanden in den neunziger Jahren parallele Gegenbewegungen statt, die unternehmensübergreifende Bindungen gegenüber einzelwirtschaftlichen Kalkülen schwächten. Auf der Seite der Kapitalbeziehungen handelt es sich dabei um die Auflösung des Netzwerks aus Kapital- und Personalverflechtungen, die Loslösung der Banken aus den ehemals engen Beziehungen zu Industrieunternehmen, die Übernahme aktienkursorientierter Unternehmensstrategien und die Entstehung eines Markts für Unternehmenskontrolle. Die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen war durch Machtverschiebungen zwischen Betriebsräten und Gewerkschaften, Dezentralisierung der Tarifpolitik und die Herausbildung konkurrierender Richtungsgewerkschaften geprägt. Die Diskussion mündet in einem Plädoyer für die Wiederentdeckung der Literatur zum organisierten Kapitalismus (Hilferding, Naphtali) und für die Ergänzung des internationalen Vergleichs durch diachrone Perspektiven.
Loading…
Stored only when both papers are in the corpus — 18 citations exist upstream.
Papers that cite the same references — the relational fallback while embeddings are still backfilling.
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.