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Bourdieus Gesamtwerk ist durchzogen von einzelnen Auseinandersetzungen mit der bestehenden patriarchalen Geschlechterordnung. Doch erst in seinem Spätwerk Die männliche Herrschaft arbeitet Bourdieu seine Geschlechtertheorie aus. Nun erhält Geschlecht eine konstitutive Bedeutung für die Entstehung und Reproduktion gesellschaftlicher Ordnung. Diese wird als eine immer schon vergeschlechtlichte und vergeschlechtlichende Ordnung gefasst. Damit gibt Bourdieu seiner Gesellschaftstheorie am Ende insgesamt eine neue Wendung: Die Theorie männlicher Herrschaft wird unabdingbar für die Analyse bestehender bürgerlich-kapitalistischer Gesellschaften. In einer Rekonstruktion dieser Theorie zeigen die Autorinnen, wie Bourdieu hier zentrale Begriffe seiner Gesellschaftstheorie (symbolische Gewalt, Habitus, Körper) weiter ausarbeitet. Für die Analyse gegenwärtiger Transformationsprozesse in den Geschlechterverhältnissen bietet Bourdieus Spätwerk gerade deshalb produktive Ansatzpunkte, weil Gesellschafts- und Geschlechtertheorie systematisch miteinander verschränkt werden.
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