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„Wer hat Angst vor dem ‚linguistic turn‘?“ fragte vor rund zehn Jahren Peter Schöttler (Schöttler 1997) und markierte damit die hysterischen Reaktionen mancher deutschsprachiger Historikerinnen auf die angebliche Bedrohung, die das ‚neue’ sprachparadigma und die ihm vorschnell zugeordnete Diskursanalyse für die Geschichtswissenschaft bringen sollten.1 Geklagt wurde da über eine Auflösung des historischen Gegenstandes in rein sprachliche Zeichenoberflächen, über die Auslieferung historischer Akteure und Ereignisse an die Sprache bzw. den Diskurs, über das Ende objektiver und wirklichkeitsorientierter Wissenschaftlichkeit und postmoderne Rattenfängerei.2 Die ‚Diskursfraktion’ sparte ebenfalls nicht mit Spitzen gegen die Historikerzunft—tonangebend war wohl Michel Foucault, der schon 1969 eine Geschichte, die versucht „bis auf die ersten Keime zurückzugehen oder bis zu den letzten Spuren hinabzusteigen, um bei einem Werk nacheinander die Traditionsverbundenheit oder seinen Teil irreduzibler Einzigartigkeit hervorzukehren“, als „liebenswerte, aber verspätete Spielchen von Historikern in kurzen Hosen“ bezeichnet hatte (Foucault 1981: 205). Es verwundert nicht, dass die Rezeption der Diskurstheorie und —analyse in der deutschsprachigen Historiographie verspätet einsetzte und vor allem von den Rändern des geschichtswissenschaftlichen Feldes und den ‚Anwärtern ‘getragen wurde.3
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