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Der Begriff ‚Ideologie‘ — wörtlich die ‚Lehre von den Ideen‘ — steht in einer kontroversen Tradition, die von der Aufklärung über Marx bis in die Gegenwart reicht. In seinem theoretisierenden Gebrauch ein ‚nomadisierender Begriff‘, an dem sich „zahllose Bedeutungen und Gebrauchsweisen“ anlagern (Haug 1995: 46), problematisiert der Ideologiebegriff den Zusammenhang zwischen menschlichem Denken (den vorherrschenden Wissensformen, den gültigen ‚Ideen und Theorien‘) und der jeweiligen konkreten gesellschaftlichen Situation, zwischen gesellschaftlich produziertem ‚wahrem‘ oder ‚falschem‘ Bewußtsein und politisch-sozialen Machtverhältnissen.2 Bis heute dient der Begriff ‚Ideologie‘ in seinem veralltäglichten Sprachgebrauch als ein beliebtes politisches ‚Bezichtigungsinstrument‘ (Sandkühler 1990: 617), da er gemeinhin individuelle und/oder kollektive Selbsttäuschungen bzw. gezielte ‚Wirklichkeitsverschleierungen‘ aufgrund von Herrschaftsinteressen bezeichnet, die das ‚objektive‘ Erkennen der ‚tatsächlichen Verhältnisse‘, der ‚Realität‘, der ‚Wahrheit‘ verstellen und die es — ideologiekritisch — zu hinterfragen und zu überwinden gilt.
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