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Wenn gegenwärtig politisch und wissenschaftlich über folgenreiche Veränderungen der Organisationsumwelt der Verbände und über eine Transformation des Politischen diskutiert wird, dann ist entweder von der Globalisierung oder der Medialisierung die Rede. Verbände stehen tatsächlich unter multidimensionalem Veränderungsdruck. Medialisierung ist nur ein, wenngleich wichtiger Teilaspekt. Darunter sind medieninduzierte Veränderungen der politischen Kommunikation und politischen Entscheidungsfindung zu verstehen, die auf die institutionellen Arrangements des intermediären Systems der Politikvermittlung zwischen Staat und Gesellschaft und damit auf das Handlungsfeld der Verbände ausstrahlen. Prozesse des Wandels moderner Staatlichkeit, die Entwicklung des korporatistischen Steuerungs- in den „kooperativen Staat“ (Benz 1997), sowie Prozesse gesellschaftlicher Individualisierung, die Menschen aus sozialen Bindungen und Organisationsloyalitäten herauslösen und somit zum allmählichen „Aussterben des Stammkunden“ politischer Organisationen führen (Jarren/Lachenmeier/Steiner 2007b: 10), neue und plurale Wertorientierungen entstehen lassen, fallen zusammen mit einem Wandel der Öffentlichkeit und des Mediensystems, der Herausbildung einer Mediengesellschaft, in der „Medienkommunikation […] eine allgegenwärtige und alle Sphären des gesellschaftlichen Seins durchwirkende Prägekraft entfaltet, ein so genanntes soziales Totalphänomen (Marcel Mauss) geworden ist“ (Saxer zit. in Rhomberg 2009: 107).
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