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Die Auftritte von Politikern in den Medien haben uns nicht nur neue Bilder, sondern auch neue Begriffe des politischen Geschehens geschenkt. So ist seit geraumer Zeit die Rede von ‘symbolischer Politik’ als Ausdruck einer zunehmenden Theatralisierung des Politischen. Die einen sehen darin eine unter Bedingungen der Mediengesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnende Machttechnik (Sarcinelli 1987ff), die anderen zwar auch ein allgemeines, aber dann doch sekundäres, ‘unwesentliches’ Moment politischen Handelns. „Der Einfluß der Massenmedien entscheidet sich [...] nicht an der inszenierten symbolischen Politik Letztlich kann er sich nur an der effektiven Entscheidungspolitik bewähren“ (von Beyme 1994: 331; vgl. auch Gerhards 1995). Gegenüber diesem vermeintlich harten rationalen Kern verfällt ‘symbolische Politik’ dem Verdikt vom ästhetischen Schein, gilt im Falle seiner Verselbständigung gar als genuin nicht-politisches Handeln: „politics without policy“ (Eppler 1992: 80) oder „politisches Placebo“ (Dörner 1995: 53). Durch die Politikvermittlung des Fernsehens als vierter Macht im Staate’ wachse ‘symbolische Politik’ sich dennoch zu einem die repräsentative Demokratie bedrohenden Phänomen aus (Meyer 1992). Die Medialisierung stelle den Ernstfall allen Unernstes in der Politik dar: ihren Ausverkauf an die Medienmacher und die Publikumsgunst. Die Ästhetisierung des Politischen wie des Lebens insgesamt wird in Folge der Entgrenzung zwischen Kultur und Warenwelt als Grundübel der Zeit diagnostiziert (z.B. Guggenberger 1994).1
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