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ZusammenfassungGegenwärtig hat das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger Konjunktur. Dabei geht es um weit mehr als das traditionelle Ehrenamt. In Politik und Öffentlichkeit ist eine breite Diskussion darüber in Gang gekommen, welche Aufgabenteilung zwischen Ökonomie, (Sozial-)Staat und Gesellschaft den gewandelten Anforderungen gerecht werden könnte. Es geht darum, unter den Bedingungen einer individualisierten Gesellschaft, einer globalisierten Wirtschaft und eines überlasteten Sozialstaates die Rollen und Relationen zwischen Markt, Staat und Bürgergesellschaft neu zu arrangieren und einen neuen Gesellschaftsvertrag zwischen Staat und Gesellschaft auszuhandeln (vgl. Olk 2001). Diese Debatte hat auch die Soziale Arbeit erreicht. Dabei scheinen allerdings die fachpolitischen Stellungnahmen und Reaktionen bislang eher defensiv und skeptisch auszufallen. Soziale Arbeit ist zwar selbst ein Ergebnis zivilgesellschaftlichen Handelns individueller und kollektiver Akteure — vor allem des philanthropisch orientierten städtischen Bürgertums und der Frauen im Rahmen der Frauenbewegung im Verlaufe des 19. Jahrhunderts. Aber nach einem jahrzehntelangen mühsamen und steinigen Prozess der Verberuflichung und Professionalisierung Sozialer Arbeit, der Durchsetzung von Planstellen und BAT-Entlohnung und der Akademisierung fachlicher Diskurse überwiegt die Befürchtung, die gesellschaftspolitische Aufwertung des bürgerschaftlichen Engagements könne die Legitimation beruflicher Besoldungs- und Statuserwartungen und gerade erst durchgesetzter fachlicher Standards gefährden. Diese Befürchtung wird nicht zuletzt durch die Knappheit öffentlicher Finanzmittel — insbesondere auf kommunaler Ebene — und die hierdurch ausgelösten Anstrengungen um Kostenbegrenzungen und Wirtschaftlichkeitssteigerungen in der Sozialen Arbeit genährt.
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