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Seit fast drei Jahrzehnten arbeitet mit dem Ruhrverbund angewandte Literaturund Kulturtheorie (Ruhrvalk) ein Zusammenschluss von Wissenschaftler(inne)n, Medienleuten und Lehrer(inne)n daran, die FOUCAULTsche Diskursanalyse auszuarbeiten und praktisch-intervenierend anzuwenden. Getragen wird dieser Zusammenschluss u.a. von der bochumer diskurs-werkstatt. Gemeinsam herausgegebenes Publikationsorgan ist seit 1982 kultuRRevolution. zeitschrift fur angewandte diskurstheorie. Diese Zeitschrift publiziert gleichermasen theoretisch-wissenschaftliche Beitrage zur Diskursanalyse wie vor allem auch praktische Anwendungen im gesamten Bereich der mediopolitischen Offentlichkeit. In diesem Beitrag wird das Projekt diskurswerkstatt/kultuRRevolution vorgestellt: Ausgehend von der Entwicklung wird zunachst der theoretische Ansatz (Abschnitt 2) mit einigen Hauptaspekten wie Interdiskurstheorie (Abschnitt 2.2) und Kollektivsymbolanalyse (Abschnitt 2.3) vorgestellt und dann das methodische Vorgehen exemplarisch aufgezeigt (Abschnitt 3). Den Schluss bilden ein Uberblick zu den Dauerbrennerthemen der Zeitschrift (Abschnitt 4) und ein Ausblick auf die neuere Normalismusforschung als einem aktuell besonders brisanten Arbeitsgebiet der Diskursanalyse. [1] Wie in dem Interview von Rainer DIAZ-BONE mit Jurgen LINK in FQS des Naheren dargestellt, wurde das Projekt diskurs-werkstatt bochum/kultuRRevolution. zeitschrift fur angewandte diskurstheorie (kurz: kRR) in den 1970er Jahren an der Universitat Bochum vorbereitet und entwickelt. Konstitutiv war die Ablehnung scheinbar unausweichlicher Binarentscheidungen von der Art: entweder seriose wissenschaftliche Arbeit oder politisches Engagement, entweder anspruchsvolle theoretische Standards oder Verstandlichkeit und didaktische Praktizierbarkeit, entweder kanonische Texte oder mediale und popkulturelle Erweiterung, entweder Brotberuf oder Selberdenken, entweder Analyse oder Selberschreiben. Die Opposition gegen binare Reduktionismen und Sagbarkeitsgrenzen aus Diskurszwangen begann also ganz praktisch schon damals. Die heutige definitive Dualisierung der Universitat nach dem B-Prozess (Bologna, Bertelsmann) in normale Massenuniversitaten als Standardwissensquizfabriken ohne Forschung und ohne Selberdenken und wenige Exzellenzkomplexe mit Forschungsmonopol ist nur die groteske Institutionalisierung samtlicher binaren Reduktionismen, die unser Projekt unterlauft. [2]
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