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komplexen Tango" (S. 207) führt.Aber ihrer Auffassung nach können die statistischen Zusammenhänge nicht als einseitige Kausalrelation, sondern am schlüssigsten als eine wechselseitige Verstärkung von Zuwendung und Veränderung gedeutet werden, als Interdependenz -bei der die Faktoren in einer Wechselwirkung verknüpft sind und sich auf diese Weise eine spiralförmige Dynamik ergibt: Je stärker sich jemand politisch engagiert, je mehr jemand weiß und vertraut, desto mehr wendet er sich der Berichterstattung zu.Und desto mehr festigen sich wiederum seine Einstellungen, sein Wissen, seine Handlungsweisen.Das logische Gegenstück zu dieser Aufwärtsspirale ist die Abwärtsspirale: Je geringer die Zuwendung, desto geringer Wissen, Vertrauen und Engagement.Und auch hier wäre die wechselseitige Verstärkung eine plausible Interpretation.Das wird von Norris nur gestreift (S. 317, 250).Sie konzentriert sich vielmehr auf den Wissenszuwachs, die Aktivierung, die Vertrauensbildung -die tugendhafte Seite der Medaille, den "virtuous circle".Aber erst aus der Abwärtsspirale erklären sich die Befunde, dass politisches Engagement und allgemeine Fernsehnutzung sehr wohl negativ korrelieren (S. 317).Dieses Zugleich von Abwärts-und Aufwärtsspirale ist nicht nur für die Beurteilung des "digital divide" von Bedeutung.Ihr Spiralmodell ruht auf einem empirischen Fundament, bei dem die Last auf die Fläche verteilt wird: Sie findet zwar in ihren einzelnen Analysen immer nur schwache Zusammenhänge, aber dies zu verschiedenen Zeitpunkten aus einem langen Zeitraum und mit verschiedenen Datensätzen aus verschiedenen politischen Kontexten mit unterschiedlichen Variablen und Erhebungsmethoden.Man kann dies eklektisch oder gar postmodern nennen, aber diese Vorgehensweise erlaubt ihr, sich auf "kumulative Evidenz" zu berufen.Zwar überzeugt keine der vielen multivariaten Analysen für sich genommen -dafür sind es jeweils zu viele Variablen mit insgesamt nur gering erklärter Varianz; aber ihre Position wird durch die Auswertungen insgesamt stimmig und überzeugend.Ihre theoretische Figur setzt sich also aus vier Elementen zusammen: 1. die Feststellung von statistisch positiven Korrelationen zwischen Zuwendung zu politischen Medieninhalten und politischem Wissen, Interesse und Engagement; 2. die Annahme einer wechselseitigen Kausalbeziehung dieser Variablen; 3. die Annahme ei-
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