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Zuständig für die wissenschaftliche Erforschung der Tiere waren lange Zeit fast ausschließlich die zoologischen Disziplinen: für ihre Gestalt die Physiologie, für ihr Verhalten die Ethologie, für ihre Geschichte die Evolutionsbiologie, für ihre Umwelt die Ökologie. Ergänzt wurde dieser zoologische Zugriff allenfalls mit Blick auf die Nutz- und Haustiere durch die Tiermedizin und die Agrarwissenschaften. Randfiguren blieben die Tiere hingegen in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, also in den im Englischen sogenannten › Humanities‹. Das scheint zunächst einmal plausibel, insofern unter den Humanities genau diejenigen Disziplinen versammelt werden, deren Gegenstand die spezifischen Fähigkeiten, Leistungen und Produkte des Menschen sind: sein Geist, seine Kultur, seine Gesellschaft. Tiere tauchen hier zwar bisweilen auf, aber stets nur als Objekte menschlichen Handelns, etwa als Gegenstände der Kunst (Dürers Hase) oder als Modelle des Philosophierens (Schrödingers Katze), als Wirtschaftsfaktoren (Geflügelfleisch) oder als Statussymbole (Hermelinpelz).
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