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Die Bildungsstandard-Reform in Österreich ist ein Beispiel für aktuelle Governance-Veränderungen in Schulsystemen. In der Logik evidenzbasierter Steuerung setzt sie normative und funktionale Erwartungen in Richtung einer Verbesserung von Unterrichtsprozessen und -ergebnissen durch individualisierenden, kompetenzorientierten Unterricht und durch gezielte Unterrichts- und Schulentwicklung auf der Basis der Rückmeldung von standardorientierten Kompetenztestergebnissen. Der Beitrag prüft durch die Analyse qualitativer Fallstudien dreier Primarschulen, wie Schulleiterinnen und Lehrerinnen diese Bildungsreform rekontextualisieren und inwieweit die durch die Reformpolitik postulierten Wirkungs- und Prozesserwartungen der Bildungsstandard-Reform, die in Form eines Wirkungsmodells rekonstruiert wurden, in den Primarschulen aufzufinden sind. Dabei zeigt sich, dass im Kontext der Bildungsstandard-Reform in den untersuchten Schulen tatsächlich Veränderungen des Unterrichts unterschiedlicher Qualität stattfanden, die von Anpassung an die neuen Testformate bis zu einer stärkeren Kompetenzorientierung des Unterrichts reichte. Von den – aufgrund des Wirkungsmodells erwarteten – Prozessen des Wirksamwerdens der Reform konnten zwei rekonstruiert werden: Durch die Bildungsstandard-Reform geschieht ein Aufbau von Erwartungen, der durch die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien verstärkt wird. Von Datenfeedback, der Einbeziehung von Stakeholdern der Schule sowie von neuen Notwendigkeiten zur innerschulischen Koordination scheinen dagegen weniger Entwicklungsimpulse auszugehen.
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