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Man scheint um Raumbilder, -begrifflichkeiten und oder -konzepte kaum herum zu kommen. In der alltagsweltlichen Begegnung wie im massenmedial geprägten Umgang in der Öffentlichkeit kann dies noch als durchaus normal gelten. Gleiches gilt für einige in dieser Hinsicht traditionsreiche Expertenbereiche, wie etwa die am Bauen oder am Planen, wie auch an der bildenden Kunst oder der persönlichen Bildung orientierten Diskurse. In der Breite der humanwissenschaftlich-intellektuellen Debatten der Gegenwart muss dieser Umstand jedoch als recht auffällig bezeichnet werden. Sicher, auch in und von diesen übergreifenden allgemeineren Diskursen her hat es modern immer Bereiche und Phasen gegeben, in denen man im gesellschaftlichen Leben vermehrt räumliche Phänomene beobachtete beziehungsweise gesellschaftliche Phänomene eher räumlich betrachtete. Gelegentlich bediente man sich dann auch, wie etwa in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts im Diskurs der Geopolitik (Kost 1988, Sprengel 1996) oder dem der Landschaft (Schultz 1980: 269–382), mehr oder minder intensiv — und zumeist nicht ohne zeitgeistige Inspiration und institutionellen wie persönlichen Nutzen — eines ,räumelnden Idioms‘. Zudem wurde Raum, modern insbesondere aber Zeit als fundamentale, wenn auch zumeist hintergründig wirksame Dimension von menschlicher Existenz wie Welt gesehen und dann auch philosophischpsycho-logisch beziehungsweise -natur-wissenschaftlich bearbeitet. Insgesamt jedoch, und dies gilt vor allem für das sozialwissenschaftlich geprägte zwanzigste Jahrhundert, hatten Raumbegrifflichkeiten und -konzepte in diesen Diskursen einen kategorial doch deutlich peripheren Status. Kritiker dieser Lage sprachen so von „Sachabstinenz“ (Linde 1972: 12), von „einer vernachlässigten Dimension“ (Konau 1977) oder von „Raumblindheit“ (Läpple 1991: 163), um nur die Literaturstandards der jüngeren sozio-logischen Vergangenheit zu bemühen.
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