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Das Binnenmarkt-Projekt hat nach übereinstimmender Einschätzung eine Dynamisierung des europäischen Integrationsprozesses ausgelöst, der über die Stufen Einheitliche Europäische Akte, Maastrichter Vertrag und Wirtschafts- und Währungsunion umfassender und direkter als je zuvor alle wirtschaftlichen Akteure betrifft. Die vorbehaltlose Öffnung der Märkte und mehr noch die zunehmende Verlagerung staatlicher Steuerungskompetenz auf die Gemeinschaft hat private Unternehmen und Verbände, aber auch öffentliche Einrichtungen, Kommunen und Regionen bewogen, ihre Kenntnisse über und Einflußmöglicheiten auf EG-Politik zu stärken.1 Seit Mitte der 80er Jahre ist eine Veränderung der Organisation privater Interessen, v.a. eine Pluralisierung der Akteurslandschaft und eine verstärkte sektorielle Ausdifferenzierung zu beobachten.2 Nationale Verbände, Großunternehmen und substaatliche öffentliche Akteure haben eine Vielzahl direkter Interessenvertretungen eingerichtet. Die Vertretung von Interessen wird zunehmend professionellen Lobbyisten übertragen. Aber auch etablierte Interessenorganisationen haben ihre Lobbyarbeit professionalisiert und zudem versucht, die Verselbständigungstendenzen von Großunternehmen dadurch aufzufangen, daß sie ihnen über Organisationsreformen erhöhten Einfluß eingeräumt haben. Der Lobby-Stil auf der EG-Ebene scheint sich mit diesen Entwicklungen ebenfalls gewandelt zu haben. In den Beziehungen zwischen Politik und Wirtschaft wird verstärkt auf individualisierte Verbindungen mit einzelnen Unternehmen und allenfalls sektoriellen Verbänden gesetzt, während die Bedeutung der sektorübergreifenden Euroverbände weiter sinkt.
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