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„Die kulturellen Bedingungen der Bildung und die Bildungsbedingungen der Kultur“ – wenn diese Formulierung1 anspielt auf Paul Natorps berühmte Aufgabenbestimmung der Sozialpädagogik, die „sozialen Bedingungen der Bildung und die Bildungsbedingungen des sozialen Lebens“ (Natorp 1894: 86) zu untersuchen –, tritt das Kulturelle an die Stelle des Sozialen. Bereits hier läge der Ausgangspunkt für Streit. Soll nämlich die Attribuierung ‚Soziales‘ durch ‚Kulturelles‘ ersetzt werden, so hätte es der sozialpädagogische Diskurs mit einer zwar wortspielerisch vergnüglich eingefädelten, aber in der Folge ernsthaften Substitution wichtiger Theorie- und Empirie-Elemente zu tun. Dies hätte eine weitaus größere Tragweite als es ein Denkspiel vermuten ließe, wenn es die Blickrichtung von den sozialen auf die kulturellen Bedingungen einfach mal wechselt. Warum auch nicht, könnte man meinen: den sozialpädagogischen Diskurs über das eigene Aufgabenverständnis vom ‚Cultural Turn‘ der Sozialwissenschaften her in Drehung zu versetzen, würde die Szene ein wenig aufmischen. Mit anderen Worten: es geht um nichts Geringeres als um das Primat des Gesellschaftlichen, das allem Eigensinn kultureller Konstruktionen voraus läuft und dennoch von diesem kategorial zugerichtet wird.
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