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Im folgenden soll der Versuch unternommen werden, die Verlaufsdynamik des gewerkschaftlichen Einigungsprozesses noch einmal Revue passieren zu lassen. Sowohl die zeitliche Distanz von rund fünf Jahren als auch die Vielzahl und Vielfalt abgeschlossener Forschungsarbeiten ermöglichen inzwischen einen weitgehend „abgeklärten“ Blick auf die sich ehemals stürmisch überschlagenden Ereignisse. Nachdem zunächst die wesentlichen „historischen Wendepunkte“ auf dem Weg zur Gewerkschaftseinheit dargestellt werden (1.), sollen im weiteren die differenten Modi der DGB-Gewerkschaften bei der Übernahme der ostdeutschen Gewerkschaftsmitglieder diskutiert werden (2.). Die Folgen der Gewerkschaftseinheit für die Mitgliederstruktur und den Funktionärskader sind für die Gewerkschaften als Mitgliederorganisationen bis heute von einiger Wichtigkeit (3.). Auch wenn die erste Phase der gewerkschaftlichen Arbeit nach der politischen „Wende“ inzwischen abgeschlossen ist (4.), so bleibt das Resultat dieser Etablierungsphase doch bis heute die mehr oder weniger tragfähige Grundlage für jede kollektive Interessenvertretung der Lohnabhängigen in Ostdeutschland — eine Aufgabe, die angesichts der schwierigen Problemlagen in den neuen Bundesländern wichtiger denn je erscheint.
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