No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Der Begriff Verhandlungsdemokratie erscheint erstmals in den 1970er Jahren zur Kennzeichnung von politischen Systemen, „die zwar in begrenztem Maße mit Parteienwettbewerb und Mehrheitsprinzip arbeiten, in denen dies aber an Bedeutung zurücktritt gegenüber der Entscheidungsfindung durch ‚bargaining‘“ (Lehmbruch 1976: 14ff.).1 Die Verhandlungsdemokratie ist demnach ein politischer Systemtypus, in dem wesentliche Entscheidungen nicht mit Stimmenmehrheit, sondern auf dem Wege von Aushandlungsprozessen getroffen werden. „Konfliktregelung durch Aushandeln“ (so bereits Lehmbruch 1967: 14) ist eine in den meisten liberaldemokratischen Systemen anzutreffende Alternative zur Mehrheitsdemokratie. Arend Lijphart (1984) konnte in einem Vergleich der Regierungssysteme von 21 Ländern zeigen, daß die verhandlungsdemokratischen Regierungsformen in den westlichen Industriestaaten weiter verbreitet sind, als man der älteren Lehrmeinung zufolge erwarten konnte. Noch bis in die siebziger Jahre hinein galt die parlamentarische Mehrheitsherrschaft, wie sie im britischen „Westminster Modell“ in typischer Weise verwirklicht ist, als Prototyp liberaldemokratischer Systeme.
Loading…
Stored only when both papers are in the corpus — 88 citations exist upstream.
Papers that cite the same references — the relational fallback while embeddings are still backfilling.
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.