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Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels sind Schulen zur Zeit aufgefordert, ihre Profile zu schärfen, ihre Vorstellungen über Qualität zu formulieren, und ihre Ergebnisse und Vorgehensweisen nach marktwirtschaftlichen Prinzipien internen und externen Evaluationen zu unterziehen. Dabei ist es nicht so, daß Schulen früher nicht auch auf Qualität geachtet hätten, aber der erwähnte Wandel hat mit seinen neuen Begriffen auch neue Vorstellungen über „Qualität“ mit sich gebracht.1 Sie haben ihren Niederschlag bereits vielerorts in neuen Lehrplänen gefunden. Auffallend ist das große Gewicht, das den sozialen Aspekten des Lernens, etwa der Zusammenarbeit, oder auch dem selbständigen Lernen beigemessen wird. Weiter wird zunehmend nicht mehr nur das Leistungsergebnis bewertet, sondern ebenso das „wie“, der Lernprozeß selber. Die Erziehungswissenschaften nehmen am Aufbau der „guten Schule“ Anteil. Noch vor kurzem konstatierte Giesecke (1996, S. 10), daß die Erziehungswissenschaften die in sie gesetzten Erwartungen fir eine Verbesserung der pädagogischen Praxis nicht erfiillen konnten. Solches gilt wenigstens im Bereich der Schulentwicklung nicht (vgl. dazu Beiträge wie Szaday, Büeler & Favre, 1996; Specht & Thonhauser, 1996; Dubs, 1996). Das „Fehlerprojekt“, auf welches das vorliegende Buchkapitel Bezug nimmt, ist durchaus auch aus dieser Perspektive zu betrachten: Entwicklung einer Fehlerkultur als aktiver, praktischer und interventionsorientierter Beitrag zur Qualitätsentwicklung in den Schulen.
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