No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Mittlerweile hat sich in der deutschsprachigen Öffentlichkeit, von ‘wohlmeinenden’ Milieus ausgehend, die Vokabel Menschen mit Migrationshintergrund als eine allgemein verständliche Praxis der Bezeichnung von Personen etabliert, die in der Migrationsgesellschaft in einer spezifischen Weise als Andere gelten. Früher sagte man ‘Ausländer’, jetzt ‘Menschen mit Migrationshintergrund’ (‘MmM’). Mit dem Wandel des Vokabulars hat sich allerdings keine grundlegende Veränderung des Status und der symbolischen Positionen ergeben, die den als ‘natio-ethno-kulturell anders’ Geltenden in der deutschen Migrationsgesellschaft zukommen. Modi und Valenzen gesellschaftlicher Unterscheidungen sind – abgesehen von der zu Beginn des 21. Jahrhunderts vorgenommenen, mindestens zugehörigkeitssymbolisch bedeutsamen, Revision des Staatsangehörigengesetztes (vgl. Mecheril 2003: 148ff.) – weitgehend gleich geblieben. Wenn man so will, ist der Ausdruck ‘MmM’ eine rhetorische Umstellung, die dazu beiträgt, die nach wie vor wirksame Unterscheidung von ‘inländischem Wir’ und ‘ausländischem Nicht-Wir’ nicht in den Blick zu nehmen und dadurch zu verhüllen. Die Enthüllung von Praxen, in denen machtvoll unterschieden wird, trägt dazu bei, die differentielle Macht der Zuweisung von degradierenden und herabwürdigenden Positionen zu erkunden und zu verdeutlichen.
Loading…
Stored only when both papers are in the corpus — 47 citations exist upstream.
Papers that cite the same references — the relational fallback while embeddings are still backfilling.
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.