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Empirische Untersuchungen des Denkens und Handelns von Journalisten konzentrieren sich aus nachvollziehbaren Gründen meistens auf einzelne Länder. Sie besitzen dadurch den gravierenden Nachteil, dass für die Bewertung ihrer Ergebnisse ein größerer Kontext fehlt. Die Bedeutung der Befunde kann man aber erst anhand von vergleichenden Analysen, die verschiedene Länder einbeziehen, einschätzen. Die Relevanz international vergleichender Ansätze lässt sich beispielsweise an der Frage nach dem Einfluss der politischen Orientierung von Journalisten auf ihr berufliches Handeln zeigen. Unabhängig voneinander durchgeführte Länderstudien vermögen zwar zu beschreiben, welche Einstellungen Journalisten dort jeweils haben und wie sich diese in der redaktionellen Arbeit niederschlagen. Solche Einzelfallbetrachtungen lassen jedoch nicht erkennen, wie stark die Ergebnisse durch Eigenheiten des jeweiligen Mediensystems und der vorherrschenden politischen Situation beeinflusst sind. Um den Zusammenhang zwischen der politischen Orientierung und dem beruflichen Handeln von Journalisten unabhängig von den nationalen Rahmenbedingungen zu erfassen, ist ein systematischer Vergleich verschiedener Länder mit unterschiedlichen Mediensystemen und politischen Bedingungen notwendig. Neben der länderübergreifenden Perspektive erlaubt der komparative Ansatz auch eine bessere Einordnung der Situation jedes einzelnen Landes im internationalen Vergleich.
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