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„Wissen ist Macht“ lautet eine landläufige Redewendung. Das gilt auch für Expertenwissen. Wissenschaftlich erkundet, in Disziplinen und Diskursen verdichtet und in Definitionen gepresst, verteilt sich die Wissensmacht in den verschiedenen sozialen Feldern. Die „Dominanz der Experten“ (Freidson 1975) findet sich auch im Feld der Gerontologie. Dabei sind es keineswegs nur immer die Ärzte mit ihrer professionellen Legitimation, die Menschen „krank-“ oder auch wieder „gesundzuschreiben“, die definitionsmächtig den Diskurs bestimmen. In dem weiten Gefüge des gerontologischen Feldes mit seinen oftmals multilateralen, aber vergleichsweise seltenen interdisziplinären Bezügen sind Experten unterschiedlicher Provenience angesiedelt: u.a. Mediziner, Ärzte, Psychiater, Psychologen, Soziologen, Pädagogen, Sozialarbeiter, Pflegekräfte, Therapeuten unterschiedlicher Art, die — sofern sie sich ausschließlich oder vornehmlich mit älteren Menschen befassen — aus dem Expertenwissen der jeweils spezialisierten Disziplinen (u.a. Geriatrie, Gerontopsychiatrie, Gerontopsychologie, Gerontosoziologie, Geragogik, Altenarbeit, Altenpflege) ihre Legitimation für einen jeweils spezifischen Blick schöpfen. Und eben dieser Blick, so hat uns Foucault (z.B. 1976, 1978) in seinen verschiedenen Studien zur „Mikrophysik der Macht“ gezeigt, ist der methodische Schlüssel all jener Mechanismen, die dafür sorgen, dass die Wissensmacht nicht nur in vertikaler Richtung verläuft, sondern sich gewissermaßen ubiquitär verteilt. In den fachspezifischen Diskursen wird das Wissen zu einem allgemeinen Aussagesystem formiert, auf dessen Grundlagen Erwartungen und Verpflichtungen konstruiert und die Menschen entsprechend gefördert, gestärkt und therapiert werden.
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