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Die Situation des Religionsunterrichts in der Grundschule — die Feststellung, dass es gute (grundschulpädagogische) Gründe für Religionsunterricht im Klassenverband gibt und er in der Praxis vielerorts längst stattfindet — ist der Ausgangspunkt der Untersuchung, die in diesem Beitrag vorgestellt wird. Der konfessionelle Religionsunterricht ist in der Grundschule zum Fremdkörper geworden, weil er zwangsläufig Fachunterricht ist. Er verhindert, dass sich alle Kinder einer Klasse gemeinsam mit existentiellen, religiösen und ethischen Fragen beschäftigen. Sie kommen nie im Morgenkreis, in fächerübergreifenden Vorhaben oder im Wochenplan vor. Vor dem Hintergrund des Traditionsabbruchs in der säkularisierten Gesellschaft produziert der konfessionelle Religionsunterricht Trennlinien in der Klassengemeinschaft entlang der Religionszugehörigkeit, die die Kinder nicht nachvollziehen können, da die Kinder diese Zugehörigkeiten im Alltag nicht erleben. Der heimliche Lehrplan des konfessionellen Religionsunterrichts lautet: Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit müssen getrennt werden. Die spezifischen Probleme des Grundschulreligionsunterrichts machen deutlich, dass grundschulpädagogische Forschung zum Religionsunterricht notwendig ist. Dies war das Interesse der Untersuchung, die hier vorgestellt wird (Asbrand 2000). In drei Grundschulen wurde über längere Zeit teilnehmende Beobachtung im Religionsunterricht durchgeführt, der als gemeinsamer Unterricht im Klassenverband stattfand. Dabei interessierte die Mikroebene des Unterrichts und die Fragestellung, wie Religionsunterricht im Klassenverband didaktisch gestaltet werden kann. Die Interpretation einzelner Unterrichtsepisoden war die Basis für weitere didaktische Überlegungen. Hier sollen nun in drei Punkten einige Ergebnisse vorgestellt werden.
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