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ZusammenfassungSeit einigen Jahren wird in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen ein wachsender Bedarf des Wissens über Organisationsphänomene registriert. Die Hintergründe dafür sind vielfältig und mit dem allgemeinen Hinweis auf wirtschaftliche Globalisierungen und staatliche Deregulierungen zwar durchaus zutreffend, insgesamt aber nur verkürzt bezeichnet. So entstehen im Kontext des Erziehungssystems auf der einen Seite neue Organisationsbedarfe, die mit der gesellschaftlichen Durchsetzung der Erwartung ‚lebenslangen Lernens‘ Zusammenhängen. Die Erziehung reagiert mit neuen Organisationsbildungen auf Qualifikationsbedarfe der Wirtschaft, findet in der Formel lebenslangen Lernens aber auch eigene Gelegenheiten zur erweiterten Inklusion von Individuen und entsprechenden Organisationsformen. Auf der anderen Seite werden veränderte Organisationsbedarfe im organisatorischen Kernbereich der Erziehung, den Schulen, registriert. Sie werden unter Stichworten der Autonomisierung und Selbständigkeit von Schulen diskutiert und finden ihren Ausdruck in der reformpolitischen Leitvorstellung, Schulen zu ”lernenden Organisationen” zu machen. Der Reformdruck entspringt in diesem Fall — jenseits öffentlichkeitswirksamer internationaler Leistungsvergleiche von Schülerkohorten (PISA) — staatlichen Deregulierungen, die selbst weniger bildungs- als finanzpolitisch begründet sind. Zugleich scheinen Erziehung und Lehrerprofession eigene Gründe zu haben, sich Schulen als “lernende Organisationen” vorzustellen.
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