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„Oft falsch berechnet und verwirrend — die Preise für Dienstleistungen“ (Berry/Yadav 1997, S. 57). Dieser Titel eines jüngst erschienenen Aufsatzes schildert die Situation, in der sich die Preispolitik im Dienstleistungsbereich befindet, mit wenigen Worten, aber durchaus zutreffend: Die Anbieter bauen bei ihren Preisberechnungen auf falschen Grundlagen auf, z.B. auf durch Gemeinkostenschlüsselungen und Fixkostenproportionalisierungen verzerrten Vollkostenwerten, so daß nicht selten „am Markt vorbei“ kalkuliert wixd. Für die Kunden stellt sich das Problem, daß ihnen gegenüber geäußerte Preisforderungen oft intransparent, wenig nachvollziehbar und mit Konkurrenzangeboten kaum vergleichbar sind. Anbieter und Nachfrager unterliegen insofern einer hohen Unsicherheit im Hinblick auf die Frage der „richtigen“ Preisgestaltung bei Dienstleistungen. Diese Feststellung gilt — darauf sei ausdrücklich hingewiesen, um die ganze Tragweite dieses Problemfeldes zu verdeutlichen — nicht nur für spezialisierte Dienstleistungsanbieter, wie z.B. Unternehmensberatungsgesellschaften, Versicherungen oder Logistikanbieter, sondern auch für das weite Feld von Serviceleistungen, die industrielle Anbieter zur Abrundung ihrer Leistungsangebote bereitstellen. So hat eine vor wenigen Jahren durchgeführte Untersuchung gezeigt, daß viele industrielle Anbieter nicht in der Lage sind, für die offerierten Dienstleistungen adäquate Preise zu erzielen, so daß der Anteil der Servicekosten an den Gesamtkosten der Unternehmung regelmäßig deutlich über dem entsprechenden Umsatzanteil der Dienstleistungen liegt (Simon 1993). Die Forderung „Die Preispolitik für Dienstleistungen ist (...) zu professionalisieren. Das Verschenken von Gewinnpotentialen muß aufhören.“ (Simon 1996, S. 20) ist daher in jeder Hinsicht mit Nachdruck zu unterstreichen.
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